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Der Bär ist los!

Die Gastkolummne – diese Woche von: Jürg Schmid, Direktor Schweiz Tourismus

Jürg Schmid, der Direktor von Schweiz Tourismus. (Bild ZVG)

Jetzt hat Bern tatsächlich nicht nur einen Bären im Wappen, sondern auch wieder einen im Wald. Die wilden Tiere sind zurück. Ob Wolf, Bartgeier, Biber oder Bär – die Rückkehr der Natur ist zunehmende und wohl auch unaufhaltsame Realität. Für die einen ist dies Grund zur grenzenlosen Freude. Für die anderen Anlass zu Widerstand. Eines ist dabei klar, kalt lässt dies niemanden. Genauso klar: je weiter weg vom wilden Tier, desto verklärter auch der Blick. Im Unterschied zu Gemse oder Adler lösen Bär und Wolf ernstzunehmende Ängste und auch echte Bedrohung in unseren eng besiedelten Tälern aus. Aber werfen wir doch einen rein touristischen Blick aufs Thema. Kann mit dem «Return of Wilderness» touristischer Umsatz erwirtschaftet werden?

In einer immer technologischeren, globalisierteren und virtuellen Welt steigt die Sehnsucht nach Authentizität, Natur und Wildnis. Wildlife Watching boomt weltweit. Um den Wal schwimmen oder den Bartgeier kreisen zu sehen – Menschen reisen weit und greifen tief ins Portemonnaie für wilde Erlebnisse. Richtig organisiert und mit den nötigen Eingrenzungen und Ausnahmen ist die Rückkehr der Wildnis eine Chance für den alpinen Raum. Reduziert formuliert stellt sich uns also die Frage, ob wir mit den ankommenden Wölfen nicht ein Business-Modell aufbauen sollten. Oder anders gefragt: Feldstecher oder Jagdgewehr aufs Hotelzimmer? Auf unserer My-Switzerland-Erlebnis-Datenbank My Swiss Experience laufen auf alle Fälle die Klicks auf begleitete Wildexkursionen heiss. Nun, das Thema wird uns ganz bestimmt beschäftigen, heiss und kontrovers diskutiert werden und nicht zuletzt werden uns unsere Gäste dabei interessiert beobachten.