Mediadaten Données Media Olympiade der Köche

Viele kleine Lösungen für ein grosses Problem

Am Ibex-Fairstay-Tag erhielten die Teilnehmenden Impulse, wie sie mit kleinen Massnahmen nachhaltige Wirkungen erzielen.

Kleine, nachhaltige Ideen sind wie Steine, die ins Wasser fallen. Sie ziehen weite Kreise. Im Idealfall bilden sie gemeinsam geschlossene Kreisläufe. (Unsplash)

Der diesjährige Netzwerktag von Ibex Fairstay fand unter dem ­Titel «Gemeinsam Kreise ziehen» statt. Ibex Fairstay setzt sich ein für ressourcenschonendes und -orientiertes Handeln in der Beherbergungsindustrie sowie im Gastgewerbe. Die Organisation zertifiziert Betriebe, die nachhaltig handeln. Anita Gschwind, Fachleitung Methodik und Qualität bei Ibex Fairstay, begrüsste das Publikum mit einem Stein in der Hand und erklärte: «Bereits ein kleiner Stein, der ins Wasser geworfen wird, zieht weite Kreise. Das gilt auch für nachhaltiges Denken und Handeln.»

Angebot prägt Einsparpotenzial

Dass dies kein blosses Wunschdenken von Anita Gschwind ist, belegte Roger Volkart mit Zahlen. Der Entsorgungsspezialist und In-haber der Werec Unternehmungen rechnete vor, wie sich schon mit kleinen, rasch und leicht umsetzbaren Massnahmen Entsorgungskosten senken lassen. Dies tat er am Beispiel eines Paares, das eine Nacht in einem Viersternehotel logiert. Mit seiner Anwesenheit verursacht das Paar für das Hotel insgesamt 4,7 Kilo Abfall. Schon durch das Weglassen von Kleinigkeiten, die die Qualität des Aufenthalts nicht schmälern, lässt sich das Abfallvolumen um 1,8 Kilo senken. Als Beispiele nennt Roger Volkart das Reduzieren von Drucksachen in der Gästeinformationsmappe, das Weglassen der Badeschlappen sowie das Ersetzen der Mineralwasserflasche ­in den Zimmern durch Wasserspender auf dem Flur.

Brot auf Verlangen

Der Entsorgungsberater ermuntert die Teilnehmenden am Ibex- Fairstay-Netzwerktag dazu, ihre Angebote und Dienstleistungen zu hinterfragen. Zudem sollten sie den Mut haben, mit alten Gewohnheiten zu brechen.

Hier zieht Volkart das Brotkörbchen als Beispiel heran. «Sie sparen, wenn Sie das Brot nicht einfach auf den Tisch stellt, sondern den Gast fragen, ob er überhaupt Brot möchte.» Sein nächster Tipp betrifft den Einkauf. «Fordern Sie Ihre Lieferanten auf, Gebinde und Verpackungen zurückzunehmen.» Einerseits sind so deren Entsorgung und die damit verbundenen Kosten nicht mehr Sache des Betriebes. Andererseits werden die Lieferanten indirekt dazu motiviert, sich schlauere Verpackungen einfallen zu lassen. Schliesslich sind auch sie an tiefen Entsorgungskosten interessiert.


«Nachhaltigkeit ist eine Herzens­angelegenheit mit Langzeitwirkung.»

Roland Zegg, Inhaber und Präsident von Ibex Fairstay


 

Dass sich Lieferanten durchaus Gedanken über nachhaltige Verpackungen machen, zeigte Marc Diener, Verkaufsleiter Professional bei Steinfels Swiss. In seinem Referat erklärte er, was alles ­nötig war, damit Steinfels geleerte Reinigungsmittelbidons zurücknehmen und frisch gefüllt wieder in den Umlauf bringen konnte. Das war nur eines der vielen praktischen Kreislaufbeispiele, über die am Ibex-Fairstay-Netzwerktag gesprochen wurde.

Brigitte Trauffer, Gastgeberin der Trauffer Erlebniswelt in Hofstetten bei Brienz/BE, erzählte, wie in ihrem Unternehmen Kreisläufe geschlossen werden. Holzspielwarenproduktion, Shop, Hotel, ­Restaurant, Lebensmittelladen und Post ergänzen und bereichern sich gegenseitig. Sie bilden einen Mikrokosmos, in dem sich die Gäste, aber auch die Einheimischen, wohlfühlen.

Wie wichtig es ist, die Einheimischen ins Boot zu holen, strich auch Dominic Keller, Geschäftsführer von Zug Tourismus, heraus. Er ist überzeugt: «Nachhaltiger Tourismus geht nur unter Einbezug der Bevölkerung.» Und so werben bei der Kampagne «I love Zug» Bewohnerinnen und Bewohner für das touristische Angebot.

Mehr als nur nachhaltig

Nachhaltig ist für Martin Hohn noch zu wenig. Der Inhaber von Atma Consulting plädiert in seinem Referat für einen regenerativen Tourismus. Seiner Meinung nach sollte nicht «Netto Null» ­das Ziel sein, sondern «Netto Plus». Mit anderen Worten: Die Nachhaltigkeitsbemühungen im Tourismus müssten so produk-tiv sein, dass sie die Situation nicht bloss nicht verschlechtern, sondern sie diese sogar massgeblich verbessern.

(Riccarda Frei)


Mehr Informationen unter: ibexfairstay.ch