Mediadaten Données Media Olympiade der Köche

Ab ins Sommerquartier

Im Verlauf des Junis ist es für die Bergbauern an der Zeit, ihr Vieh auf die Alp zu treiben. Dieser Brauch wird in allen Bergkantonen praktiziert. Besonders eindrücklich ist er in Adelboden/BE.

Die Schweiz ist voller Bräuche. Während eines Jahres picken wir einige davon heraus wie jenen in Adelboden/BE.

Der eindrucksvolle Alpaufzug beginnt morgens um fünf Uhr. Dabei wandert das Vieh nacheinander auf schmalen Felspfaden auf die Engstligenalp hinauf. Dort befindet sich die grösste Hochebene der westlichen Alpen. Der Weg ist weit und steil, doch die rund 500 Tiere scheuen keine Mühe. Sie trotten den erfahrenen Sennen und deren Gehilfen tapfer hinterher. «Der Aufstieg dauert rund anderthalb Stunden von 1340 Metern im Talboden auf die Hochebene von rund 2000 Meter über Meer», weiss Bruno Riesen, Geschäftsführer der Bergbahnen Engstligenalp. Glücklicherweise passiere bei diesem steilen Aufstieg nur selten ein Unfall. «Auf der Alp heissen wir die ankommenden Bauern mit einem Umtrunk und Alphornklängen willkommen», so Riesen.

An diesem Tag ist das ganze Dorf auf den Beinen. Die Mitarbeitenden der Bergbahnen Engstligenalp sind kurz vor sechs Uhr alle zwanzig Minuten bereit, Zuschauer mit der Gondel auf die Alp zu fahren. Ab sechs Uhr begrüssen das Berghotel Engstligenalp und die Raclettehütte hungrige Gäste. «Letztes Jahr beförderten wir an diesem Tag rund 1200 Gäste», so Bruno Riesen. «Dies entspricht einem Spitzentag im Sommer und zeugt vom sehr grossen Interesse an diesem besonderen Ereignis.» Dazu kommen weitere Schaulustige, welche hochwandern.

Ausgebuchte Hotelzimmer

Zum Unternehmen der Bergbahnen Engstligenalp gehören neben den Bahnen das Berghotel mit sieben Zimmern und dem dazugehörenden Bergrestaurant, das Chalet Wildstrubel mit vierzehn Zimmern und die frisch renovierte Sennhütte mit sieben Zimmern. Weil das definitive Datum des Aufzugs immer sehr kurzfristig angesetzt wird, sind feste Buchungen im Voraus nicht möglich. «Doch steht das Datum, geht es schnell, bis alle Zimmer ausgebucht sind», so Bruno Riesen. Letztes Jahr seien auf der Alp insgesamt 21 Unterkünfte verfügbar gewesen. Mit den sieben Sennhüttenzimmern, die letzten Winter fertiggestellt wurden, sind weitere Unterkünfte dazugekommen. «Doch wir sind uns sicher, dass wir alle 28 Zimmer vermieten können.»

Mit dem Brauch ist keine besondere kulinarische Spezialität verbunden, doch: «Wir bieten unseren Gästen in unseren Bergrestaurants einen ausgiebigen Älplerbrunch an sowie Käsespezialitäten in der neuen Raclettehütte», so Bruno Riesen.

Dass der Alpaufzug auf die Engstligenalp jedes Jahr viel Publikum anzieht, spürt auch das örtliche Tourismusbüro. «Der Alpaufzug fasziniert unsere Gäste. Viele reisen direkt aus dem Unterland an oder übernachten hier», weiss Silvia Nüesch von der Unternehmenskommunikation Tourismus Adelboden-Lenk-Kandersteg. «Wir haben bei gutem Wetter immer mehr Gäste, die sich diesen grossen Momente nicht entgehen lassen wollen.»

(Ruth Marending)


Mehr Informationen unter:

engstligenalp.ch

adelboden.ch