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Dem Virus an die Wäsche gehen

Die Coronakrise rückt auch die Textilhygiene in den Fokus. Denn auf Polyestergewebe kann das Virus bis zu drei Tage überleben. Die richtige Handhabung der Wäsche ist daher essentiell.

Beim Handling von potenziell infektiöser Berufskleidung ist Vorsicht geboten. So sollte diese beispielsweise nicht geschüttelt werden, damit eine Verbreitung von Mikroorganismen verhindert wird. (Unsplash)

Die Themen Hygiene und Reinigung spielen in der Hotellerie und Gastronomie seit jeher eine wichtige Rolle. Mit der Coronakrise sind sie noch stärker in den Fokus gerückt. Während viel über Händewaschen, Desinfektion, Masken und Abstände gesprochen wird, sollte ein Thema nicht vergessen werden: die Textilreinigung. Eine Studie der De Montfort University im britischen Leicester hat die Wirksamkeit von Waschverfahren gegen Coronaviren untersucht und festgestellt: Auf Polyestergewebe blieb das Virus 72 Stunden aktiv, auf Baumwolle 24 Stunden und auf Mischgewebe sechs Stunden. Bei potenziell infektiösen Textilien weist der Verband Textilpflege Schweiz (VTS) daher darauf hin, dass insbesondere die Abläufe beim Wäschesortieren und Maschinenbeladen eine wichtige Rolle spielen.

Zuhause ist Vorsicht geboten

Gemäss Melanie Saner, Geschäftsführerin des VTS, sind Textilien aus dem Gesundheits- und Pflegewesen sowie Berufskleidung im Allgemeinen besonders problematisch. «Kleidung, die potenziell mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen ist und möglicherweise noch drei Tage infektiös sein könnte, sollte nicht in das häusliche Umfeld gelangen», sagt sie. Und auch bei der professionellen Wäsche im Betrieb gilt es, Kreuzkontaminationen zu verhindern. Diese geschehe unter anderem, wenn verschmutzte Wäsche mehrfach in die Hand genommen wird. Besonders gross ist die Gefahr, wenn Arbeitskleidung zuhause gewaschen wird. «Man verwendet den gleichen Waschkorb für die schmutzige und saubere Wäsche und die Waschmaschine steht möglicherweise im Badezimmer oder der Küche», so Melanie Saner. Daher sollte die Arbeitskleidung, wenn möglich, nicht nach Hause genommen werden. 

Wäsche nicht schütteln

Für den Hotellerie- und Gastronomiebereich sieht der VTS keinen Grund, Tischdecken und Servietten aus Stoff durch Papierlösungen zu ersetzen. Tatsächlich biete hygienisch aufbereitete Tischwäsche bei regelmässigem Wechsel einen deutlichen Hygienevorteil. Zudem sprechen auch Gründe des Umweltschutzes und der Ressourcenschonung für die Textillösung. Allerdings ist es wichtig, bei der Textilreinigung einige Punkte zu beachten. So sollten Textilien vor der Wäsche nicht geschüttelt werden, damit man die Verbreitung von Mikroorganismen verhindert. Nach dem Beladen der Maschine müssen unbedingt die Hände gewaschen werden. Auch die Maschine selbst sollte nach jedem Beladen gründlich desinfiziert werden. Der Waschgang beseitigt gemäss der eingangs erwähnten Studie Coronaviren zuverlässig. Die Gefahr der Übertragung ist also nach dem Waschgang gebannt – falls man beim Handling der Wäsche alle Vorsichtsmassnahmen getroffen hat.

(Angela Hüppi)


Informationen

www.textilpflege.ch