Trotz steigender Rohstoffpreise kann sich die Backwaren-herstellerin Hug über ein erfolgreiches Jahr 2024 freuen. Grösster Wachstumstreiber im Foodservice sind die beliebten Tartelettes.
Die Hug-Familie, zu der die Marken Hug, Darvida, Wernli und Hug Food Service gehören, darf sich über ein erfolgreiches Jahr freuen. Sowohl im Retail wie auch im Foodservice konnte das Unternehmen signifikant wachsen. Dies trotz eines nicht ganz einfachen Umfelds. So werden beispielsweise über 50 Prozent der Dauerbackwaren in der Schweiz aus dem Ausland importiert. Deren Preise liegen bis zu 50 Prozent tiefer als Produkte aus heimischer Produktion. «Das liegt zum einen an den Arbeits- und Standortkosten, aber auch am Preis der Agrarrohstoffe Milch, Mehl und Zucker», so Verwaltungsratspräsident Andreas Hug. Ein grosses Problem für die gesamte Branche sind zudem die historisch hohen Kakaopreise, welche im letzten Jahr durch die Decke geschossen sind.
Dennoch konnte das Unternehmen Hug seinen Umsatz um vier Prozent auf 131 Millionen Franken steigern – davon sind rund drei Prozent auf eine höhere Produktion zurückzuführen. Insbesondere im Detailhandel Schweiz wächst Hug um 8,5 Prozent, im Bereich Food Service beträgt das Umsatzwachstum insgesamt 4,5 Prozent.
Andreas Hug, Verwaltungsratspräsident
Beides liegt gemäss Co-Geschäftsleiterin Anna Hug über den Erwartungen: «Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren bewusst ins Markengeschäft investiert, sei es in verstärkte Kommunikation oder in innovative Produktneuheiten.» Das zahle sich nun aus.
Im Foodservice-Geschäft, das sich insbesondere an Kunden aus der Gastronomie richtet, durchbreche Hug mit einem Umsatz von über 51 Millionen Franken «eine magische Schwelle» und erzielt gar einen neuen Umsatzrekord. «Besonders erfreulich ist, dass das Wachstum in der Schweiz auf verschiedene Warengruppen und Kunden breit abgestützt ist», so Anna Hug.
Die Hug-Tartelettes sind nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit beliebt. (zvg)
Das stärkste Wachstum verzeichnen die Marken Darvida und Wernli. Die grösste Warengruppe und Wachstumstreiber im Foodservice seien aber die Tartelettes. «Sie bilden dank ihrer Vielfalt in Form, Geschmack und Grösse ein ideales Produkt für salzige Snacks und süsse Desserts und sind weltweit sehr beliebt», so Andreas Hug. Über zwei Drittel der Tartelettes würden im Ausland verkauft. Trotz Inflation und starkem Schweizer Franken habe man sich im Export gut behaupten können.
Einer der Schwerpunkte der kommenden Jahre ist bei Hug das Thema Nachhaltigkeit. So soll beispielsweise der durch Photovoltaik-Anlagen selbst produzierte Strom verdoppelt werden. Und zusätzlich zu einem bereits laufenden Projekt zur Förderung der Biodiversität in der Weizenproduktion soll nächstens ein ähnliches Projekt im Zuckeranbau lanciert werden.
Auf das Jahr 2025 blicken die Co-Geschäftsleiterinnen Anna Hug und Marianne Wüthrich Gross optimistisch. Unter anderem wird das 120-Jahr-Jubiläum der Marke Wernli gefeiert. Zudem wird ein Darvida-Produkt in Zusammenarbeit mit Ovomaltine lanciert und im Foodbereich mit zwei neuen veganen Tartelettes in Blütenform die vegane Produktlinie weiter ausgebaut.
(ahü)
Die Hug AG beschäftigt an den Standorten Malters/LU und Willisau/LU rund 450 Mitarbeitende. Mit den Marken Hug, Wernli, Darvida und Hug Food Service bietet das Unternehmen eine breite Produktpalette an. Neben den Retailprodukten führt Hug ein umfangreiches Gastronomiesortiment.