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So klappt es mit Wolfsbegegnungen

Wo sich Wolf und Tourist gleichzeitig tummeln, sind Begegnungen möglich. Es ist darum wichtig, dass Gastgeber wissen, wie man sich im Wolfsgebiet richtig verhält und sie ihre Gäste diesbezüglich informieren.

Attraktion oder Touristenschreck? Das hängt vom Menschen ab. (Keystone-SDA)

Wandern, Biken, Skifahren – der Schweizer Tourismus lebt von der intakten Natur. Darum ist es schön, dass Tiere, die als ausgerottet galten, sich wieder ansiedeln. Schliesslich ist es ein besonderes Ferienerlebnis, Wildtiere in freier Natur zu beobachten. Am besten aus Distanz. So schützt man sich, vor allem aber die Tiere. Gewöhnen sich Wildtiere an die Anwesenheit der Menschen und verlieren ihre Scheu, kann das für sie mit dem Abschuss enden.

Wölfische Weggefährten

Im Kanton Graubünden treffen Touristen und Wölfe gelegentlich aufeinander. Im März kreuzten in Obersaxen zwei Wölfe die Piste und folgten einer Skifahrerin. Die Tiere waren in ihrem Rückzugsort gestört worden. Letzte Woche liefen oberhalb von Sufers vier Wölfe einer Wandergruppe nach.

Um Zwischenfällen vorzubeugen, hat das Amt für Jagd und Fischerei die Merkblätter «Leben im Wolfsgebiet», «Unterwegs im Wolfsgebiet» und «Umgang mit dem Wolf» online gestellt. Zudem hat es eine Mitteilung zum Umgang mit diesem Tier verschickt.

Keine Esswaren und Selfies

In dieser Mitteilung heisst es: «Wölfe, die in freier Wildbahn aufwachsen und leben, sind grundsätzlich nicht gefährlich und meiden meist den Kontakt zu Menschen.» Riskant wird es, wenn Wölfe die Anwesenheit der Menschen mit Futter in Verbindung bringen. Dies geschieht, wenn Reste vom Picknick einfach liegengelassen werden. So füttert man Wölfe unbewusst an. Auch ums Haus herum sollte man Essbares und Speiseabfälle nie leicht zugänglich aufbewahren, sondern sie gesichert lagern und sachgerecht entsorgen. So lockt man weder Wölfe noch Bären an und leistet erst noch einen Beitrag, damit die Natur intakt bleibt.

Gefährlich wird es auch, wenn der Wolf von Menschen bedrängt wird, weil sie ein Selfie mit ihm schiessen wollen. So schön und faszinierend die Wölfe auch sind, sie sind keine Kuschel- sondern Wildtiere!

Tipps zum Umgang mit dem Wolf

Grundsätzlich gilt, die Lebensräume sämtlicher Wildtiere zu respektieren und auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben. Im Umgang mit dem Wolf gilt zudem:

  • Keine Essensreste – auch keine kleinen Mengen wie Wursthäute oder Käserinde – im Wald und bei Grillplätzen entsorgen.
  • Wölfe können Hunde als Eindringlinge oder Beute betrachten. Hunde gehören an die Leine.
  • Wer einem Wolf begegnet, soll ruhig stehen bleiben. Bemerkt der Wolf einen Menschen, zieht er sich in der Regel zurück.
  • Flieht der Wolf nicht sofort, sich mit bestimmter Stimme bemerkbar machen.
  • Sich langsam zurückziehen. Der Wolf wird den Menschen beobachten oder flüchtet selber.
  • Sich dem Wolf unter keinen Umständen nähern und ihn nicht verfolgen. Auch nicht, um Fotos zu schiessen.

Wölfe, die geringe Scheu oder ein auffälliges Verhalten zeigen, sollten umgehend dem Wildhüter gemeldet werden.

(Riccarda Frei)


Infos und Merkblätter unter:

www.gr.ch