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Traditionsreicher Gin aus dem Schwarzwald

Seit 1844 werden in einer kleinen Familienbrennerei im Schwarzwald edelste Brände in Handarbeit hergestellt. Jetzt erregt ihr Gin weltweit Aufmerksamkeit.

Boar Gin wird in aufwendiger Handarbeit hergestellt. (ZVG)

«Wir brennen in unserer Schwarzwald-Destillerie noch mit Herz, Hand und Holz aus dem eigenen Wald», sagt Markus Kessler. Er ist der Ururenkel von Andreas Kessler, der seine Brennerei vor 175 Jahren gründete. Die Tradi- tionsbrennerei beschreitet geschmacklich und qualitativ neue Wege in der Herstellung edler Destillate. Sie veredelt und harmonisiert ihren Boar Gin mit mineralstoffreichem Gebirgsquellwasser und dem seltenen Schwarzwälder Trüffel. Dieser weltweit einzigartige Herstellungsprozess verleiht dem London Dry Gin ein mild-komplexes Aromenprofil und eine besondere Identität.  

Auf der ganze Welt wird der Boar Gin aus dem Schwarzwald bei renommierten Wettbewerben mit Goldmedaillen ausgezeichnet. So etwa von der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft. Bei den Global Spirit Awards in Las Vegas wird der Schwarzwälder Gin 2017 nicht nur zum besten Gin, sondern auch zur besten klaren Spirituose der Welt gekürt.  

Verbotene Trüffelsuche

Ein wichtiger Erfolgsfaktor des Boar Gins ist die Veredelung mit dem seltenen Burgunder Trüffel (Tuber Uncinatum). Im 19. und 20. Jahrhundert blühte der innereuropäische Handel mit den Schwarzwälder Pilzen. Die Vorkommen waren immens und die Bedingungen im Schwarzwald ideal. Doch das nationalsozialistische Regime verbot 1935 im Reichsnaturschutzgesetz die Suche und den Handel mit dem wildwachsenden Trüffel und entzog damit vielen Juden ihre damalige Ertragsgrundlage. Der Trüffel geriet dadurch in Vergessenheit. 

Die Gesetze aus der NS-Zeit stehen bis heute in den Landesnaturschutzgesetzen Baden-Württembergs – ein historisches Überbleibsel, das immer noch Wirkung zeigt. Denn nach wie vor ist die Trüffelsuche verboten. Lediglich die Ernte aus kultiviertem Anbau auf Trüffelplantagen ist mittlerweile legal möglich.